In Cala Millor lässt sich eine breite Palette von Lebensräumen betrachten, in denen jeweils eine große Vielfalt an Pflanzenarten, die typisch für die Mittelmeergebiete sind, vorkommen. Die üppigste Vegetation, die gesehen werden kann, ist die Strauchheidenformation (Garriga)welche hauptsächlich durch Sträucher mittlerer Höhe gebildet wird und unter denen der Mastixstrauch (Pistacia lentiscus) am häufigsten vorkommt, in Begleitung weiterer, wie der Weißlichen Zistrose (Cistus albidus), der Montpellier Zistrose (Cistus monspeliensis), der Vielblütigen Heide (Erica multiflora) oder dem Rosmarin (Rosmarinus officinalis). Dieser Lebensraum kann in verschiedenen Gebieten von Cala Millor gefunden werden, vom Ende der Dünen bei sa Punta de n’Amer bis zu den höher gelegenen Gebieten der inneren Berge in den benachbarten Gemeinden.

Die Nähe zur Küste erlaubt es weitere interessante Lebensräume wie die Dünen zu entdecken und zu besuchen. Diese sind durch das Vorhandensein von sandigem Substrat gekennzeichnet, sowie ihrer Exposition gegenüber Salznebel und Wind. Letzteres bgrenzt die Artenvielfalt, in Abhängigkeit von ihrer Fähigkeit, diesen Bedingungen zu widerstehen. Die erste Art, die in diesem Lebensraum gesehen werden kann, ist der Gewöhnliche Strandhafer(Ammophila arenaria), welcher eine hohe Fähigkeit hat, den Sand zu fixieren und damit das Vorhandensein anderer Pflanzen erleichtert. Desweiteren gehören in diesem Lebensraum die Dünen-Trichternarzisse(Pancratium maritimum), die Stranddistel (Eryngium maritimum)der Gelbe Hornmohn (Glaucium flavum) oder die Strand-Wolfsmilch (Euphorbia paralias) , welche im Sommer und Herbst blühen. Bemerkenswert sind auch die Hornkleerasen (Lotus cytisoides) und aromatische Pflanzen, wie die der Gattung Teucrium spp. In Bereichen der am weitesten vom Meer entfernten Dünen, wo das Substrat stabiler und reicher an Nährstoffen ist, etabliert sich die Pflanzengemeinschaft des Wacholderwaldes, welcher durch die Anwesenheit von Bäumen, wie den Phönizischen Wacholder (Juniperus phoenicea) und der Aleppo-Kiefer (Pinus halepensis)charakterisiert wird. In Küstengebieten, wo das Substrat felsiger ist und keinen Sand enthält, siedeln sich andere bestimmte Arten an, wie die Immortellen (Limonium spp., wobei das Vorhandensein desLimonium biflorum den balearen Endemismus für die gesamte Cala Millor prägt), den Meerfenchel (Crithmum maritimum) und den auf den Balearen endemischen Kleinen Meeresgänseblümchen (Launaea cervicornis).

In den inneren Bereichen der Gemeinden, die die Cala Millor bilden, und insbesondere in den Bereichen, in denen der Boden feucht und tief genug ist, bildet sich ein Steineichenbestand. Die Besonderheiten des Steineichenbestandes sind die hohe Luftfeuchtigkeit, der Schatten und  die dichte Belaubung des Waldes. In diesem Lebensraum ist eine große Vielfalt an Pflanzen vorhanden, welche an schattige und feuchte Zonen angepasst sind. Hier ist die Eiche (Quercus ilex) reichlich vorhanden, sowie weitere spezielle vergesellschaftete Pflanzen, wie dasbalearische Alpenveilchen (Cyclamen balearicum), Klettersträucher wie die Raue Stechwinde (Smilax aspera) und die Levantinische Krappwurzel (Rubia peregrina) oder sogar Farne wie der Adlerfarn und der Säge-Tüpfelfarn polypodium cambricum. In anderen Umgebungen, in denen die Mächtigkeit des Mutterbodens oder die Feuchtigkeitsbedingungen sind nicht hoch genug sind, wird die Vegetation Acebuchal. Diese ist gekennzeichnet durch die Anwesenheit von, durch den Wilden Ölbaum überdeckten, Strauchheidenformationen (Olea europaea var sylvestis) und dominiert sehr stark in dem Gebiet der Cala Millor.

Abgesehen von den mallorquinischen Naturräumen, ziehen auch die typischen ländlichen Kulturpflanzen der Insel Aufmerksamkeit auf sich, wie die Mandelbäume (Prunus dulcis), die Bäume der Echten Feige (Ficus carica), die Johannisbrotbäume (Ceratonia siliqua) oder die Olivenbäume (Olea europaea). Insbesondere die Mandelbaumblüte im ersten Trimester des Jahres, ist ein Sinnbild der traditionellen Anbaukultur Mallorcas. Während des Monate August und September ist in der ländlichen Umgebung von Cala Millor das Bild von Bauern bei der Obsternte sehr verbreitet.

Im Folgenden werden die Hauptmerkmale einiger repräsentativer Pflanzenarten der Flora in den Naturgebieten von Cala Millor erläutert;

Wilder Ölbaum (Olea europaea var. sylvestis): Die häufigste Baumart der Cala Millor. Er ist an einer Vielzahl von Orten, von Straßenrändern über Felsgrate bis hin zu den Bergen zu finden. Er ist die typische Pflanze des Acebuchal und seine kultivierte Sorte ist der Olivenbaum , der häufig in den Anbaugebieten der Gegend vorkommt.

Der Sommerliche Affodill (Asphodelus aestivus): ist ein sehr häufig in den Strauchheidenformationen, an Wegrändern und in ruralen Gegenden vorkommendes Kraut, welches an den Stielen mit weißen Blüten erkennbar ist. Dieser wird häufig von Insekten der Umgebung besucht, und scheint somit eine gute Gelegenheit zu bieten, Bestäuber zu beobachten.

Disteln: Gehören einer Gruppe verschiedener Arten an, welche dieselben Merkmale, sehr dornig mit großen violetten Blüten, aufweisen. In Cala Millor sind eine Vielzahl von Disteln zu finden, von der Stranddistel (Eryngium maritimum) bis zur Mariendistel (Silybum Marianum) oder der Wilden Artischocke (Cynara cardunculus). Die häufigste Distel ist die Milchfleckdistel (Gewitterwolke) Galactites.

Dissgras (Ampelodesmos mauritanica): ist eine sehr häufig in den Bergen und der Strauchheidenformation vorkommende Graspflanze, welche durch die Dimensionen ihrer Ähre gekennzeichnet ist. Auf den verbrannten Flächen dominiert das Dissgras den Bereich, bis er ein Röhricht bildet. Die Blätter können bei Berührung so rau sein, dass sie sogar Wunden verursachen können. Er hat einigen traditionellen Nutzen wie zur Weide und der Herstellung von Seilen und Teppichen.

Zwergpalme  (Chamaerops Humilis) </bx>: Sie ist die einzige einheimische Palme der Balearischen Inseln, die häufig in den höheren Lagen vorkommt. Sie ist in der Regel von kleinem Wuchs und erreicht im Allgemeinen keine zwei Meter Höhe. In den Dörfern von Arta und Capdepera wird sie traditionell verwendet, um „Llatre“herzustellen.

Der Phönizische Wacholder(Juniperus phoenicea): Dieser ist in der Regel ein kleiner Baum, der in den Küstengebieten vorkommt und in der Lage ist den Überschuß an durch den Wind herangetragenes Meersalz auszuhalten. Zusammen mit der Tamariske (Tamarix spp.) sind es die einzigen zwei Bäume, die den Küstenhabitaten widerstehen und sind daher reichlich entlang der natürlichen Küstengebiete der Cala Millor und der sa Costa de Pins zu finden.

Als Besonderheit stellt die Vegetation von Mallorca emblematische Arten, die berücksichtigt werden sollten, wenn eine naturalistische Tour gemacht wird. In den Bereichen der Strauchheidenformationen, aber auch im Innenbereich der Dünen kommen häufig Orchideen vor (Orchis spp., Ophrys SP., Serapias spp.) Bemerkenswert sind auch die Geophyten im Herbst, welche auch in der Strauchheidenformation vorkommen, wie der endemische Crocus cambesedesii oder die Merendera filifolia.

Die aufgegeben oder stillgelegten Anbauflächen werden schnell von nitrophilen Pflanzen mit sehr auffälligen Farben überzogen, welche zweifellos auch die Landschaft des ländlichen Gebiets der Cala Millor prägen. Dazu gehören unter anderem der Klatschmohn (Papaver rhoeas) und die Speisechrysantheme (Chrysanthemum coronarium).

In der Nähe von Cala Millor befindet sich der Naturpark der Halbinsel des Llevant, in dem man eine Vielzahl einheimischer Pflanzenarten finden kann, welche eine einzigartige Landschaft erzeugen. Darüber hinaus ist es eine großartige Möglichkeit, die relativ häufigen einheimischen Pflanzenarten zu beobachten, unter anderem das Balearen-Johanniskraut (Hypericum balearicum)das Italienische Brandkraut  (Phlomis italica) denBalearen-Tragant (Astragalus balearicus),  sowie den Balearen-Hufeisenklee (Hippocrepis balearica).